[Nasional-d] BND rechnet mit El-Kaida-Anschlag
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Wed Nov 6 23:36:01 2002
Handelsblatt.com - Politik
BND rechnet mit El-Kaida-Anschlag
Dienstag 5. November 2002, 13:34 Uhr
HB/ddp BERLIN. Dieser hatte Anfang Oktober Deutschland als Verbündeten der USA im
Anti-Terror-Krieg bezeichnet und angekündigt, die "Dosis für Frankreich und
Deutschland" gegebenenfalls zu erhöhen. Über mögliche konkrete Ziele oder
Zeitpunkte von Anschlägen in der Bundesrepublik machte Hanning keine Angaben. Der
BND-Chef:
"Wenn sie sich die Zeitläufe früherer Anschläge anschauen, (...) so ist in der Tat
die Befürchtung sehr konkret, dass wir mit einem neuen Anschlag rechnen müssen,
einem Anschlag auch größerer Dimension." Dabei sei nicht davon auszugehen, dass El
Kaida Atomwaffen einsetzen könne. Es sei aber nicht auszuschließen, dass sie so
genannte schmutzige Bomben einsetzten.
Als Quelle der BND-Informationen nannte Hanning die "Kollegen in den USA", deren
Einschätzung vom deutschen Geheimdienst geteilt werde. Gefährdet sind nach den
Worten des BND-Chefs vor allem Touristenzentren. Entsprechende Informationen habe
es "in den letzten Monaten mehr und mehr" gegeben. Als Beispiele für gefährdete
Gebiete nannte Hanning Indonesien, Thailand und die Philippinen. Die Gefahr von
Anschlägen gelte auch für die westlichen Truppen in Afghanistan. Es gebe Hinweise,
dass die Internationale Afghanistan-Schutztruppe ISAF, an der auch deutsche
Soldaten beteiligt sind, möglicherweise angegriffen werde.
Der BND gehe davon aus, dass bin Laden "nicht nur lebt, sondern dass er auch
agiert", wird Hanning zitiert. Er gehe sehr konspirativ vor, werde sehr gut
geschützt und tue alles, um den Nachstellungen westlicher Behörden zu entgehen. Er
habe zahlreiche Helfer, agiere in sehr schwer zugänglichen Regionen und wechsele
seine Aufenthaltsorte. Aus der Grenzregion heraus organisiere bin Laden einen
Guerillakrieg in Afghanistan. Auch die Anschläge in Indonesien seien von El Kaida
geplant und koordiniert worden. Hanning plädierte dafür, auch nach zivilen
Strategien im Kampf gegen den Terrorismus zu suchen. Langfristig werde man sich
viel stärker mit den Wurzeln des Terrorismus auseinander setzen müssen, mit den
sozialen Problemen, mit den Fragen der Globalisierung und mit den schwerwiegenden
wirtschaftlichen Problemen, wird der BND-Chef zitiert.