[Nasional-d] Tausende Balinesen gedenken Anschlagsopfern

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Fri Nov 15 23:24:01 2002


Freitag 15. November 2002, 15:09 Uhr

Tausende Balinesen gedenken Anschlagsopfern

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Kuta/Jakarta (dpa) - Überschattet von neuen Terrordrohungen haben am Freitag
Tausende von Bewohnern Balis mit einer religiösen Zeremonie der Opfer des blutigen
Bombenanschlags vor fünf Wochen gedacht. In einem hinduistischen Reinigungsritual
vor dem zerstörten "Sari"-Nachtclub versprühten Priester geheiligtes Wasser und
sprachen Gebete.

Als Opfergabe wurden Dutzende geschmückte Tiere, darunter Hühner, Gänse und
Büffel, von Booten aus ins Meer geworfen. In der indonesischen Hauptstadt Jakarta
schlossen nach Warnungen vor möglichen Anschlägen am Freitag unterdessen mehrere
internationale Schulen.

An der Zeremonie mit Namen Pemarisudha Karipubhaya, die die spirituelle Harmonie
wieder herstellen soll, nahmen auf Bali auch Hinterbliebene, ausländische
Diplomaten und indonesische Regierungsbeamte teil. Angehörige und Freunde von
Opfern brachen während des Rituals in Tränen aus. Bali ist die einzige vorwiegend
hinduistische Provinz im mehrheitlich moslemischen Indonesien.

Nach Angaben der US-Botschaft in der indonesischen Hauptstadt gab es am Donnerstag
eine "spezifische Bombendrohung" gegen die Jakarta International School, die unter
Amerikanern besonders beliebt ist. Neben ihr schloss auch die australische Schule.
Die britische Schule schickte ihre Schüler am späten Nachmittag nach Hause.
Die US- Botschaft habe "glaubhafte Informationen über einen möglichen Angriff auf
Schulen erhalten, die mit westlichen Interessen in Verbindung stehen", hieß es in
einer Mitteilung der Vertretung.

Bei den Anschlägen auf zwei beliebte Nachtclubs waren am 12. Oktober auf Bali
mindestens 190 Menschen getötet worden, darunter auch sechs Deutsche. Bislang
sitzt ein Hauptverdächtiger in Haft, der laut Polizei seine Beteiligung an dem
Terrorakt gestand. Er soll ausgesagt haben, dass der Anschlag ein Racheakt gegen
die USA gewesen sei. Die Polizei geht davon aus, dass sieben bis zehn Personen an
der Tat beteiligt waren. Australien und die USA vermuten die radikale
Islamistenorganisation Jemaah Islamiyah als Drahtzieher.