[Nasional-d] Asiatische Regierungen in Sorge um ihre Gastarbeiter am Golf

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Sat Feb 15 12:00:12 2003


Donnerstag 13. Februar 2003, 10:30 Uhr
Asiatische Regierungen in Sorge um ihre Gastarbeiter am Golf

Neu-Delhi (AP) Ende 1990, als sich die USA und ihre Verbündeten für die
Vertreibung der irakischen Truppen aus Kuwait rüsteten, entstand eine der
bislang grössten Luftbrücken:
Hunderttausende von asiatischen Gastarbeitern wurden aus der Golfregion
ausgeflogen. Fast 13 Jahre bereiten sich die Behörden von Bangkok über Manila
und Neu-Delhi bis Colombo auf eine ähnliche Riesenanstrengung vor, ihre Bürger
in Sicherheit zu bringen.

Ein Krieg in der Golfregion würde ihre Volkswirtschaft hart treffen. Für
Bangladesch beispielsweise sind die 2,7 Milliarden im vergangenen Jahr in der
Fremde verdienten Dollar zweitwichtigste Einnahme nach den Textilexporten
gewesen. 1,95 Milliarden Dollar davon wurden im Mittleren Osten verdient.

Die Regierungen gehen unterschiedlich mit den Konsequenzen aus der realen
Kriegsgefahr um. Die philippinische Präsidentin Gloria Macapagal Arroyo
versicherte in der vergangenen Woche ihren Landsleuten bei einem Besuch in
Kuwait, es werde alles dafür getan, Gefahren von ihnen fern zu halten. Ihre
Regierung sei bereit, die 1,5 Millionen Philippiner aus dem Mittleren Osten zu
evakuieren - 60.000 davon in Kuwait und 850.000 in Saudi-Arabien. Die
bangladeschische Regierung setzt dagegen darauf, dass ein Krieg nur die
Frontstaaten Kuwait und Jordanien betreffen würde, wo rund 167.000 ihrer Bürger
arbeiten. Eine Evakuierung solle je nach Lage eingeleitet werden.

Wie für Bangladesch ist auch für Sri Lanka das von Gastarbeitern in der Fremde
verdiente Geld die zweitwichtigste Quelle ausländischer Devisen. Rund 900.000
Sri-Lanker arbeiten im Mittleren Osten. "Wir sagen ihnen, sie sollen sich keine
Sorgen wegen eines Krieges machen", sagt ein Sprecher des staatlichen
Arbeitsamtes für Beschäftigung im Ausland. Wenn Kuwait, wo 170.000 Sri-Lanker
arbeiten, in einen Krieg hineingezogen würde, wäre das aber ein grosses Problem,
ergänzt der für die Wanderarbeiter zuständige Minister Mahinda Yapa Abeywardene.
"Wir haben aber Pläne parat, unsere Arbeiter heimzuholen."

Die thailändische Arbeitsbehörde hat nach eigenen Angaben das Stimmungsbild
ihrer
Gastarbeiter in der Region erkundet. Weniger als 3.000 hätten den Wunsch
geäussert, in die Heimat zurückkehren zu wollen. Die pakistanische Regierung hat
dagegen erklärt, sie wolle auch im Kriegsfall ihre halbe Million Staatsbürger im
Mittleren Osten nicht evakuieren. "Wir sind zuversichtlich hinsichtlich ihrer
Sicherheit", sagt der Sekretär von Ministerpräsident Zafarullah Khan Jamalim
Yahya Munawar. Bei einem Besuch in der Golfregion habe Jamali kürzlich vor
pakistanischen Gastarbeitern gesagt: "Ihr seid hier Repräsentanten Pakistans.
Ihr solltet euch jeder Lage mit Mut und Würde stellen."

Im benachbarten Indien bereitet man dagegen Pläne für die 3,5 Millionen
Gastarbeiter in der Region vor. Einzelheiten wollte ein Sprecher nicht nennen -
es solle versucht werden, Panik zu vermeiden.

Bangladesch: Insgesamt 1,75 Millionen Bengalen arbeiten im Mittleren Osten. Sie
schickten 2002 rund 1,95 Milliarden Dollar nach Hause.

Indien: Rund 3,5 Millionen Gastarbeiter, die im vergangenen Jahr ihren Familien
vier Milliarden Dollar schickten.

Indonesien: 160.000 Indonesier leben und arbeiten in Saudi-Arabien, Kuwait, den
Vereinigten Arabischen Emiraten und Jordanien.

Nepal: 100.000 Gastarbeiter.